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Materialien von großer symbolischer Kraft Herford Zum ersten Mal begegnen sich Asche und Gold als gleichberechtigte Bildwelten in einer Ausstellung. Marta Herford zeigt ab dem 28. Januar die überraschende Gegenüberstellung zweier Materialien in der Kunst, die in ihrer kulturellen Bedeutung kaum gegensätzlicher sein könnten. Der spannungsreiche Bogen vereint dabei Kunstwerke von den 1930er Jahren bis in die Gegenwart. Auf der hochkarätig besetzten Künstlerliste finden sich Joseph Beuys, Gerhard Richter, James Lee Byars, Rebecca Horn oder Felix Gonzalez Torres.
Anish Kapoor: Untitled, 2001 Gold - eine ganze Flut bildmächtiger und symbolträchtiger Assoziationen geht von diesem Material aus und führt über Glanz, Reichtum, Reinheit, Zukunft und Erlösung bis weit in höchst individuelle Glücksvorstellungen. Und dennoch sind Wertigkeit und Versprechen dieses Edelmetalls eine reine kulturelle Verabredung, deren Tragfähigkeit sich nicht zuletzt auch in den zwar gemächlicheren, aber nicht zu unterschätzenden Bewegungen der Börsenkurse widerspiegelt. Der Preis einer Feinunze Gold übersteigt aktuell den einer Feinunze Platin. Aber auch Asche ist als Material in hohem Maße mit Symbolik und individuellen Bildern aufgeladen. Steht das Gold für den Beginn einer glänzenden Zukunft, so markiert die Asche das Ende einer vielleicht ehemals leuchtenden Geschichte. Und doch liegt in der Asche eher ein Aufbruch, über ihre Reinigungssymbolik, den Gedanken der Rückkehr zu den Ursprüngen („Asche zu Asche“) ist sie zugleich der Quell neuen Lebens, dessen Kreislauf sich in der mythologischen Gestalt des Phönix manifestiert.
Thomas Demand: Bullion, 2003 Ungeachtet dieses Gedankens der Wiedergeburt ist Asche mit ihrer untrennbaren Verbindung zu Vergänglichkeit und Tod erst einmal negativ besetzt. Sie ist der Endpunkt des Wertverlusts, fast schon ein (ökonomisches wie gesellschaftliches) Nichts: Aschenputtel muss nicht nur die Linsen aus der Asche lesen, sondern schläft auch des Nachts in der Asche neben dem Herd. Im Spannungsfeld dieser höchst gegensätzlichen Materialien eröffnet sich ein sinnlich erfahrbarer Raum zwischen Natur und Kultur, Wert und Mythos, zwischen Leben und Tod. Als Sinnbilder kalter, ewiger Materie und heißer, materialverzehrender Energie sind Asche und Gold zudem Materialien von großer symbolischer Kraft, die sich dem Betrachter nahezu unmittelbar und mit sehr individuellen Interpretationen erschließen.
© Friederike von Rauch Künstler: Pawel Althamer, Gili Avissar, Massimo Bartolini, Lore Bert, Joseph Beuys, Guillaume Bijl, Marcel Broodthaers, James Lee Byars, Jacques Charlier, Paolo Chiasera, Anja Ciupka, Thomas Demand, Igor Eskinja, Luka Fineisen, Lucio Fontana, Michel François, Félix González-Torres, Filip Gilissen, Subodh Gupta, David Hammons, Douglas Henderson, Andy Hope 1930, Rebecca Horn, Alfredo Jaar, Anish Kapoor, Yves Klein, Stefanie Klingemann, Jannis Kounellis, Gereon Krebber, Bruno Krenz, Marie-Jo Lafontaine, Maik und Dirk Löbbert, Heinz Mack, Yaël Nazé, Louise Nevelson, Navid Nuur, Wolfgang Paalen, Mimmo Paladino, Otto Piene, Sigmar Polke, Friederike von Rauch, Man Ray, Erich Reusch, Gerhard Richter, Reiner Ruthenbeck, Jürgen Stollhans, Ines Tartler, herman de vries, Andy Warhol, Lawrence Weiner, Claudia Wieser, Richard Wright. |
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